RAZ unterstützt ab sofort Peacefully against Genocide
Am 5. Juli 2026 hat die Vollversammlung von Rückendeckung für eine aktive Zivilgesellschaft (RAZ) e.V. beschlossen, die Kampagne Peacefully against Genocide (PAG) künftig mit unseren Rechtshilfe-, Bildungs- sowie emotionalen und psychologischen Unterstützungsangeboten zu begleiten.
Als Verein verstehen wir es als unsere Aufgabe, Menschen und Kampagnen des zivilen Widerstands dabei zu unterstützen, mit den Folgen staatlicher Repression umgehen zu können. Bisher lag der Schwerpunkt unserer Arbeit vor allem auf der Unterstützung von Gruppen der Klimagerechtigkeitsbewegung. Mit der Entscheidung, künftig auch Peacefully against Genocide zu begleiten, erweitern wir diesen Fokus und freuen uns auf neue Vernetzung, neue Erfahrungen und die gemeinsame Weiterentwicklung solidarischer Unterstützungsstrukturen.
Peacefully against Genocide ist eine gewaltfreie Kampagne des zivilen Widerstands. Sie richtet sich gegen die Beteiligung der deutschen Regierung und Gesellschaft an Völkermorden. Ihr Fokus richtet sich insbesondere auf Palästina und den Libanon. Ziel der Kampagne ist es, die deutsche Komplizenschaft sichtbar zu machen und durch gewaltfreie direkte Aktionen materiell zu unterbrechen. Derzeit richtet sich der Protest insbesondere gegen die Waffenproduktion von Rheinmetall und den Bau einer neuen Waffenfabrik in Berlin. Die Kampagne verfolgt dabei einen klaren gewaltfreien Aktionskonsens, lehnt diskriminierendes Verhalten ab und legt großen Wert auf gegenseitige Fürsorge sowie einen bewussten Umgang mit den Risiken staatlicher Repression.
Der Beschluss zur Unterstützung wurde nicht leichtfertig getroffen. Im Vorfeld waren zwei Vertreter*innen von Peacefully against Genocide zu Gast bei unserer Vollversammlung. Sie stellten die Kampagne vor, erläuterten ihre Arbeitsweise, den Umgang mit Repressionen sowie die erwarteten Herausforderungen und beantworteten die Fragen unserer Mitglieder.
Anschließend haben wir vereinsintern ausführlich beraten, ob und in welchem Umfang eine Unterstützung möglich ist. Dabei haben wir bewusst nicht nur grundsätzlich über eine Zusammenarbeit entschieden, sondern jede einzelne Arbeitsgruppe unseres Vereins betrachtet. Gemeinsam wurde geprüft, welche konkreten Aufgaben auf die jeweiligen Bereiche zukommen würden, welche Kapazitäten vorhanden sind und welche Voraussetzungen für eine verantwortungsvolle Unterstützung erfüllt sein müssen.
Dabei wurde deutlich, dass einzelne Bereiche – insbesondere unsere Strafrechts- und Verwaltungsrechts-AG – für den zu erwartenden Anstieg an Verfahren zusätzliche personelle Unterstützung benötigen werden. Gleichzeitig zeigte sich, dass andere Bereiche bereits heute gut aufgestellt sind: Unsere Bildungs-AG konnte feststellen, dass viele der bestehenden Bildungsangebote, etwa zu Repressionen, Gerichtsverfahren oder Gefängnisaufenthalten, unmittelbar an die Bedürfnisse der Kampagne anknüpfen und ohne größere Anpassungen angeboten werden können.
Wir freuen uns deshalb auf die Zusammenarbeit mit Peacefully against Genocide. Sie bietet nicht nur die Möglichkeit, Menschen in einer weiteren Bewegung praktisch zu unterstützen, sondern eröffnet auch neue Perspektiven für unseren Verein. In einer Zeit zunehmender Einschränkungen von Protest und wachsender Repression gegen soziale Bewegungen halten wir es für wichtig, solidarische Unterstützungsstrukturen weiter auszubauen und gemeinsam für eine lebendige, aktive Zivilgesellschaft einzustehen.
