Freiheit darf nicht vom Kontostand abhängen! Hilf mit den Notfalltopf wieder aufzufüllen, nachdem wir eine Person freigekauft haben! Weiter →

Freiheit darf nicht vom Kontostand abhängen!

Hendrik freigekauft – Hilf mit den Notfalltopf wieder aufzufüllen!

In unserem System werden Menschen immer noch ins Gefängnis gesteckt, wenn Geldstrafen gegen sie rechtskräftig werden. Wer kein Geld hat, landet oft plötzlich in Haft – ohne Vorbereitung, ohne Abschied, ohne Kontakt nach draußen. Der Notfalltopf des RAZ e.V. ist genau für solche Situationen da. Am 05.03.2026 hat der RAZ e.V. Hendrik aus der JVA Leipzig freigekauft.

Jetzt ist der Notfalltopf 3.000€ leerer – wir brauchen deine Hilfe, um den Topf wieder aufzufüllen. Nur so können wir es anderen Menschen ermöglichen, nicht alleine und ohne Kontaktmöglichkeit nach draußen zu bleiben! Spende jetzt und teile diesen Aufruf!

Was ist eigentlich passiert?

Als Hendrik Anfang März den Regionalzug aus Dresden nach Leipzig nahm, wurde er am Bahnsteig am Leipziger Hauptbahnhof von der Bundespolizei erwartet. Die Polizei berichtete Hendrik von einem Fahndungsfoto und einem Haftbefehl – auf der Polizeistation wurde ihm gesagt, dass er sich jetzt für 3.000€ freikaufen könnte. Hendrik hatte noch nie von dem Verfahren gehört. Da er wohnungslos ist und dazu keine Briefe in seinem Postfach angekommen waren, gab es für ihn keine Möglichkeit sich vorher um die nun rechtskräftige Geldstrafe zu kümmern. Da Hendrik kein Geld hat (schon gar nicht so eine riesige Menge!), wurde er direkt ins nächste Gefängnis gefahren – die JVA Leipzig. All das ging so schnell, dass Hendrik sich rückblickend erinnert, wie sich langsam bei seiner ersten Zigarette am vergitterten Fenster die Realisierung einstellte:

Dann war ich einfach total unsicher, weil ich nicht wusste, ob überhaupt jemand herausfinden würde, dass ich hier bin. Bevor ich mich irgendwo irgendwann aktiv melden kann. Am nächsten Tag hatte ich dann das erste Mal Kontakt nach draußen. Der RAZ e.V. hat eine tolle Anwältin organisiert, die mich in der JVA besuchte. Sie erzählte mir das erste Mal von der Möglichkeit, dass ich freigekauft werden könnte.  Das war eine große Erleichterung. Bis dahin dachte ich, dass ich noch 30 Mal einschlafen und aufstehen muss in dieser Zelle. Ich wünsche mir, dass dies auch für andere Menschen möglich ist.“

Am Tag von Hendriks Festnahme wurde der Ermittlungsausschuss vom RAZ e.V. verständigt. Wir haben innerhalb eines Tages eine Anwältin organisieren können, die Hendrik direkt am nächsten Morgen in der JVA Leipzig besucht hat. Dadurch konnte endlich Kommunikation mit Hendrik stattfinden und der Notfalltopf des RAZ e.V. aktiviert. Vereinsmitglieder machten sich sofort auf den Weg, Hendrik mit 3.000€ bar aus dem Gefängnis freizukaufen. Am frühen Nachmittag seines 3. Tag in Haft, konnte Hendrik die JVA Leipzig wieder verlassen. Dies muss auch anderen Menschen möglich gemacht werden!

Unser Reel von der Freikauf-Aktion
Statement von Hendrik
Hendrik beim Protest an der Weltzeituhr in Berlin.